1.November 2011 / difool

Huminstoffe

Seemandelbaum-, Walnuss-, Eichen-, Buchenblätter und Erlenzapfen sind in erster Linie des Aquarianers gewählten natürlichen Komponenten, um “das Wasser bräunlich bzw. gelbstichig für seine Pfleglinge zu machen” – die Einbringung von Huminstoffen.

Als ich letztens Ende Oktober halt einmal los war, um diese diversen Naturmaterialien, bis auf Seemandelbaumblätter, vorsorglich zu sammeln, fand ich auch eine, wohl durch einen Sturmschaden, am Stamm weggebrochene Schwarz-Erle. So kam ich in die Gelegenheit auch mal eine schöne Hand voll Erlenrinden-Stückchen mitnehmen zu können. Das ist nicht nur nützlich hinsichtlich der Abgabe von Huminstoffen, sondern es sieht im Becken auch sehr dekorativ aus.

Man unterscheidet:
– Humine: unlösliche Stoffe
– Fulvinsäuren: sind im Sauren u. Basischen gut löslich
– Huminsäuren: sind im Basischen löslich und dienen zum Beispiel zur Bindung von Schwermetallen

Spezifische Eigenschaften von Huminstoffen nachlesen.

Wirkung auf Pflanzen:
In Laborversuchen konnte vielfach eine Förderung des Pflanzenwachstums durch Huminstoffe beobachtet werden. Dies wird auf folgende Ursachen zurückgeführt:

– hohe Kationen-Austausch-Kapazität von Huminstoffen (gute Verfügbarkeit von Kationen)
– Lieferung von Nährstoffen (Stickstoff, Schwefel, Phosphor) durch Mineralisierung
– physiologische Veränderungen – Huminstoffe haben eine hormonähnliche Wirkung (wobei nicht geklärt ist, ob die Huminstoffe selbst hormonartig wirken oder die Hormone an ihren Oberflächen adsorbiert sind)
– Unterstützung der Aufnahme von Mikronährstoffen, zum Beispiel Eisen und Kupfer
– Detoxifizierung von Metallen, v.a. von Aluminium

Auf den Einsatz von Torf bzw. Moorböden verzichte ich bis dato, einzig eine Moorkienwurzel habe ich in einem Becken.
Huminstoffe sollen einen “chemischen Stress” ausüben, welcher jedoch positive Auswirkungen auf den Organismus haben kann, wenn er nicht zu stark ist. Die einigen Huminstoffen ausgesetzten Tiere erwerben multiple Stressresistenzen, die sogar lebensverlängernd wirken können.

Ferner kann man sich die keimtötenden Wirkstoffe von Erlenzapfen in der Aquaristik hervorragend zu Nutzen machen. Dazu beispielsweise dieser Artikel von Zierfischzüchter Mack.

Geht man nun also selbst los, um Herbstlaub und Erlenzapfen zu sammeln, dann empfiehlt sich dabei auf einige Umstände zu achten. So sammele ich nur Laub und Erlenzapfen, welche:
– nicht direkt an möglichen überdüngten Agrarflächen stehen
(Düngestoffe, wie bsw. Phosphate und Nitrate)
– nicht an viel befahrenen Strassen stehen (Verschnutzungen und Abgase etc.)
– keinen direkten langen Bodenkontakt hatten (Bakterien und Verschmutzungen)

Da ich die eingesammelten Sachen weder überbrühe, noch “abkoche” oder ähnliches, achte ich auf diese “drei Regeln”. Es verlängert deswegen die Zeit des Einsammelns und auch die Menge ist eher überschaubar, aber sicher ist sicher.

Die Erlenzapfen von älteren Schwarzerlen sind etwas kleiner und zersetzen sich soweit auch schneller als die grösseren Zapfen von jungen Erlen. Zumindest sehe ich das jedesmal, wenn ich die kleineren Zapfen in meine Garnelenbecken gebe.
Sofort werden die Erlenzapfen mit Stengel von den Zwerggarnelen besetzt und gehen schon alleine von deren Gewicht bald unter und saugen sich so schnell voll Wasser.

Wenn ihr also selbst losgehen wollt, um Erlenzapfen zu sammeln, dann können euch soweit drei Arten Erlenbäume begegnen: Schwarzerle (Alnus glutinosa), Grauerle (Alnus incana) und Grünerle (Alnus viridis). Für weitere Informationen und Erkennungsmerkmale: Gattung Alnus

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