5.Februar 2012 / difool

Erlenzapfen sammeln und aufbereiten

Der Januar bietet dem Aquarianer gerade die rechte Jahreszeit, insbesondere wenn dieser Monat auch temperaturmäßig Minusgrade mitbringt, um ein paar Erlenzapfen auf Vorrat zu sammeln. So war ich letzte Woche dann mal los bei mir im sehr nahegelegenden Brook, um die von mir schon vorher ausgemachten Locations, betreffs Erlenzapfen-Ausbeute, aufzusuchen.

Ziel meiner aquarianischen Sammelleidenschaft für Tod-Hölzer und Erlenzapfen waren eine Gruppe junge Schwarzerlen und deren Eltern quasi. Die alten Erlen liefern hin und wieder dann mal ein paar Stückchen Rinde, die abpellt oder in der näheren Umgebung der Bäume liegt.
Die jungen Schwarzerlen sind ab Reifeübergang zur Fortpflanzung üppig mit den heißbegehrten Zapfen ausgestattet. Junge Erlen sind da wesentlich ergiebiger, als deren älteren Vertreter.
Aber die Zapfen von jungen Erlen beherbergen auch potenterweise unendlich viele Samenkapseln, die es nun gilt, vor dem Einsatz im Becken, zu entfernen bzw. aus den Zapfen auszuschlagen.

Hierfür verwende ich eine herkömmliche flache Tupperschale und gebe die jungen Erlenzapfen hinein.
Die Schale kommt dann je nach Witterung noch ein paar Wochen auf meinen Balkon in die aktuell herrschenden Minusgrade des Wetters, des Winters.
Der Effekt der knackigen Kälte lässt die Zapfen aufgehen und somit ihre Samenkapseln heraustreten. Vielmehr ist man nach einiger Kältezeit leichtens in der Lage die Samen aus den Zapfen zu klopfen. Das bringt den Sinn mit, daß evtl. Erlenzapfensamen, welche ins Aquarium eingebracht werden auch keimen könnten.
Schlimm oder negativ ist das zwar nicht, aber es könnte unpraktisch bis ärgerlich werden, je nach dem wo und wie viele Samen keimen. Desweiteren bewohnen ja auch die eine und andere kleine Spinne, sowie Käfer die Zapfen. Durch das Abstehen draussen bekommen diese kleinen Kollegen die Gelegenheit sich zu verpieseln.

Erlenzapfen in flacher Tupperschale

Nachdem ich die Erlenzapfensamen weitesgehend aus den Zapfen geklopft habe, bekommen sie ihren Aufenthaltsplatz in einem schnöden, einfach und vorher gereinigten ausgedientem Gurkenglas. Den Deckel setze ich nicht bzw. nie vollends zugedreht darauf, sondern gerade eben so, daß er “locker fest sitzt”.
Minimale Luftzirkulation ist dem nach auch erwünscht. Muß ja nicht extra luftdicht “rumsticken” im Glas und schale Luft sammeln. Alternativ kann man die gesammelten Zapfen auch einfach in einen Schuhkarton geben und aufbewahren, was ich bsw. so mit Brennnesselnblättern u.a. mache.

Erlenzapfen im Gurkenglas

Den Rest der nachmittäglichen Sammlerbeute aus dem Erlen-Brook bei mir, bewahre ich in den wiederverschliessbaren Plastikbeuteln auf, die ich auch unterwegs im Rucksack zum Sammlen dabei habe. Da ist dann eine praktische Mischung von alter Erlenrinde, ein paar kleinere Zweige von Erle, Eiche und Hasel drin, sowie ein paar herbstlich-braune Eichenblätter.
Diese “Sammeltüten” liegen dann auch in greifbarer Nähe zu meinen Becken, denn wenn man mal just die Eingebung bekommt nach einem Wasserwechsel den Huminhaushalt wieder anzureichern, ist das einfach praktisch.

Erlenzapfen kann man prima kurz mit den Fingern “ins Wasser reiben”, damit sie zeitnah untergehen und die Luftblasen so schneller rausgehen. Kleinere Äste und Rindenstücke können vor Einbringung ins Becken gewässert werden, oder auch einfach so reingegeben werden. Natürlich sollten die Holzstücke davor immer auf evtl. anhaftenden Unrat oder sonstigen Dreck untersucht werden. Tut ja nicht Not, so etwas ins Becken zu bringen.

Ein handtellergroßes Stück Erlenrinde brachte unlängst meine Corydoras aeneus black zum Ablaichen. Die Rinde habe ich einfach unter die Wasseroberfläche auf den Ausströmer meines Eheim 2222 im 112 Liter-Becken geklemmt.
So werden die austretenden Humistoffe praktischerweise gleich mit in die Strömung verteilt und anderweitig haben die auch in dem Becken wohnenden Sakura eine ruhige Abweidestelle.
Tagsdrauf war das Stück Erlenrinde mit Panzerwelseier gepflastert…

Das Schöne an Erlenzapfen von jungen Schwarzerlenbäumen ist, daß diese Zapfen etwas schneller aufweichen und im Becken vergehen, bzw. sich auflösen, da sie noch nicht so arg verholzt sind, wie Zapfen von älteren Erlen. Dafür sind sie dann aber auch etwas kleiner als die “älteren Zapfen”.
Zwerggarnelen fliegen regelrecht auf diese “jungen Zapfen”.

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